Mein Weg zur Theaterarbeit ist geprägt von Umwegen und Seitenstraßen. Tief berührt hat mich der japanische Butoh Tanz, zeitgenössischer japanischer Tanz, den ich intensiv lernte.
In meiner parallelen akademischen Ausbildung beschäftigte ich mich neben Kultursoziologie schwerpunktmäßig mit der Soziologie des Körpers, mit Leibphilosophie und studierte nebenbei Theater- und Tanzwissenschaft. Geprägt hat mich auch Zenmeditation, die ich seit zehn Jahren praktiziere. Mein Sohn ist jetzt 3 1/2 Jahre alt. Er ist mein bester und strengster Lehrer...
Einen Körper haben und gleichzeitig Körper sein - dieses Thema markiert mein künstlerisches Interesse. Für mich ist es bereichernd und befreiend, diesen „Widerspruch“ zu akzeptieren, damit zu spielen, tänzerische und theatrale Ausdrucksmöglichkeiten dafür zu finden. Die Soziologin in mir findet diesen Widerspruch in unseren westlichen Gesellschaftsstrukturen wieder. Und genau da fängt es an, weh zu tun: in unserer Gesellschaft haben wir uns tatsächlich in vielen Bereichen zu Leibeigenen gemacht! Wer leidet ist unser Leib und damit auch unsere Seele.
Mein eigener Leib hat sich gleich zu Beginn meines erwachsenen Lebens gemeldet – mit massiven Angstzuständen. Er wurde mir suspekt, fremd. Er wurde zum Gegenstand meiner Angst. Aus dieser Angst heraus begann ich zu tanzen – und das war der Beginn meiner Heilung. Heute bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung.
Was unsere Körper wirklich bewegt und wie jeder Mensch - ob gesund oder krank - zu (s)einem lebendigen Ausdruck finden kann, das möchte ich in meiner theaterpädagogischen Arbeit vermitteln. In Zukunft werde ich meine Erfahrungen auch tanztherapeutisch vertiefen und weitergeben. Doch das ist noch ein längerer Weg.
