2005

MACHTMENSCHEN!
Eine Parabel

  • Stück und Regie: Anja Feldmann
  • Bühne: Stuart Nicol
  • Performance im Öffentlichen Raum
  • Brinkmann, ehemaliges Elektrogeschäft, Bochum

Fünf Protagonistinnen suchen nach einem Terrorangriff Zuflucht in einem kaputten Gebäude. Gemeinsam versuchen sie, zu überleben und ihr tägliches Leben zu organisieren. Doch es wird bald klar, ass ihre unterschiedlichen Wertvorstellungen zu Konflikten führen. Idealisten werden zu Extremisten. Auf den großen Krieg folgt der kleine Krieg. Fronten bilden sich. Die Einen wenden sich von der Welt ab, wollen sich stark hungern, sich Liebe durch mentales Training und Sport „abgewöhnen“.

Die anderen kämpfen um einen Weg zu überleben, ohne ihr Ideal von Menschlichkeit zu verlieren. Im Verlauf des Stückes tritt ein Sprech- und Bewegungschor auf, der die unsichtbaren und geheimen Motive kommentiert und bebildert. Der Zuschauer wird zum Zeugen. Auch er muss Stellung beziehen.


„MACHTMENSCHEN! ist keine Parabel über Krieg und Macht. Der Krieg richtet sich mehr gegen das eigene Ich, gegen den eigenen Körper und der Angst vor sich selbst. Dabei sei das Stück keineswegs eine Performance über Magersucht und selbstverletzung, meint Anja Feldmann. Sie hat gemeinsam mit den Jugendlichen das Stück erarbeitet. Die intensiven Figuren, die die jungen Darsteller gefunden haben, waren eine fruchtbare Grundlage für ihre Texte. Das Bühnenbild von Stuart Nicol erschuf eine Bombenkelleratmosphäre, der man sich nicht entziehen konnte.

WAZ 4. Juli 2005

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