• 24.2.2010

ACHTUNG EIN AUFRUF!!

Wir machen den Scheiß nicht mehr mit! Schon 320 Menschen haben unterzeichnet. Es können mehr werden unter:

  • www.soziokultur-nrw.de
  • das ruhrgebiet als pulsierende metropole zu verkaufen ist verrat an der realität und damit an den menschen, die hier leben! ich schäme mich für diese lüge. ich wünsche mir eine authentische region, die die kulturhauptstadt 2010 dazu nutzt, visionen für die zukunft zu entwickeln, die sich den gegenwärtigen kulturellen und wirtschaftlichen gegebenheiten (entgegen)stellt; eine region die zugibt, ganz am anfang ihrer identität als metropole zu stehen und darin eine chance sieht und keinen mangel. das konzerthaus in bochum ist für mich z. B. ein schlechtes beispiel für einfallslose profilierungssucht und ein gutes dafür, dass geld von ungeahnter stelle kommt, wenn man nur laut genug ruft. aber wonach rufen wir denn? was wünschen wir uns für eine städtische und kulturelle landschaft? gehe ich die strasse in bochum weiter entlang an dem riesigen spendenaufrufplakat taucht zur rechten der neubau von lidl auf. gut, dass wir wenigstens immer noch schön einkaufen gehen können! in einer pulsierenden metropole setze ich mich als bochumerin gerne in die s-bahn (wenn sie öfter als alle 20 minuten fährt allerdings) und fahre ins konzerthaus dortmund oder in die philharmonie essen und denke während der 20 minuten fahrt darüber nach, in was für einer besonderen und seltsamen region ich lebe, so widersprüchlich schön und hässlich, verkommen und edel...

    danke für diesen ruf!

      von matthias reckert

      guten tag, das ruhrgebiet ist keine metropole und wird auch keine, wenn hier weiterhin eventkultur mit kultur verwechselt wird. besonders peinlich finde ich, dass sich die ruhrverwalter selbst diesen titel zuerkennen, das macht keine echte metropole, so wird man vor anderen bezeichnet, so nennt man sich nicht selber. diese selbstverliehene wichtigkeit macht einen nicht wichtiger, auch wenn man die autobahn dichtmacht oder ballons steigen lässt. lieber ruhrpott, es gilt: größer ist nicht besser, nur besser ist besser!

      möge die "metropolle" aus eigener kulturleistung enstehen

      www.friedlicher-nachbar.de

    • 27.12.2009

    Es weihnachtete in diesem Jahr wie immer: mit buntem Getöse, hektischen Gesichtern, komplizierten Weihnachtstagesplanungen und dem riesigen Fragezeichen dahinter: WARUM FEIERN WIR DIESES FEST ÜBERHAUPT NOCH?


    Ohne Weihnachten wäre der Dezember doch öde und leer, dunkel, mit endlos langen Abenden und Nächten gefüllt, in denen es nichts zu planen gäbe. Oder würde der Dezember erst dann zu dem werden, was er ist? Was wäre er dann? Er würde uns den Spiegel vorhalten, wie wir gelebt haben, was wir getan haben in diesem endenden Jahr und was wir vielleicht wieder nicht getan haben. in seinen dunklen Stunden würde er uns zuraunen, was wir uns wirklich wünschen und was uns fehlt. Damit wären wir dann wieder bei Weihnachten, beim wünschen...
    Ich wünsche mir ein Weihnachten, wo ich mit lieben Menschen in einem Kreis sitze und Wünsche teile, tanze, Stille genieße. So wie wir die Stille wegdrücken, das schmerzt. Statt der Stille breitet sich eine Leere aus.
      In der Kita führen die Kinder ein Krippenspiel auf und halten Leuchtsterne in die Luft, während die Eltern dicht gedrängt auf Kinderstühlen sitzen, sich an ihrer Kaffeetasse festhalten und den lieben Kleinen zuschauen. Ich würde lieber gemeinsam singen, spielen...
        Im nächsten Jahr, da werde ich Weihnachten anders feiern - habe ich das nicht im letzten Jahr auch schon gesagt?

    • 31.8.2009

    Montag morgen: nervös schaue ich auf vitos fieberthermometer: 37.2, gottseidank. das ist kein fieber, das könnte erhöhte temperatur werden, wird es aber bestimmt nicht, bestimmt! denn ich will doch wieder arbeiten. also bringe ich meinen sohn in die kita, sein schaf ist bei ihm, falls er doch noch fieber bekommt. "dann rufen wir aber an" aufmerksamer blick von einer erzieherin. leichtes magendrücken bei mir - hätte ich ihn doch zuhause behalten sollen? freitag 13 schüler angerufen, wegen proben-vorbesprechung heute... mit diesen kleinen entscheidungen schlage ich mich jeden tag herum. dabei kenne ich auch die geschichten, wo der chef komisch guckt, weil die berufstätige mama um 4 uhr den kulli fallenlässt. in meinem arbeitsleben bin ich es selbst, die sich komisch im spiegel anguckt und fragt: und, alles geschafft heute? schon den plan für morgen gemacht? unser feierabendprogramm heißt heute: von jedem ein bißchen. ein bißchen nackte füße in den sandkasten halten, ein bißchen eis essen, ein bißchen projekt besprechen am telefon, ein bißchen ball spielen, ein bißchen kochen, einkaufen nicht mehr geschafft, ein bißchen schimpfen ein bißchen müde sein heute abend. morgen wirds bestimmt ein bißchen besser...
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